„Ich komm zu nix.“

Vieruhrfünfunddreissig.
Miss Annie hat Hunger, ich mache eine Milchflasche warm.
Vieruhrfünfzig.
Die Kinder sind wach, ich stehe mit ihnen auf.
Windeln,
anziehen,
Frühstück machen für die Kleinen,
Little Miss will später mit Papa essen und mag nur eine Banane mit Joghurt,
Kaffee für mich.
Miss Annie isst kaum was, die Zunge ist im Weg, egal welche Tricks ich anwende, es geht kaum was in den Magen, sie ist nicht so gut drauf.
Boden vom essen befreien,
Spülmaschine ausräumen,
Wäsche die ich gestern Abend gewaschen aber nicht mehr aufgehangen habe, auf Grund eines gewittrigen Untwetters, aus der Maschine geholt und rausgebracht zum trocknen,
zwischendrin immer wieder zu den Kindern geschaut,
Wünsche erfüllt,
Cookies gebacken.
Der Liebste steht gegen acht auf und hat Schmerzen. Er hat sich allem Anschein nach den Oberschenkelmuskel gezerrt und fällt für heute aus. Ich verordne ihm Ruhe, so dass er so schnell wie möglich wieder „Einsatzbereit“ ist.
Ich mache erneut Frühstück für Ihn und Little Miss.
Hab keinen Hunger und backe nebenher die Cookies fertig und räume die Küche auf.
Säubere Miss Annies Flaschen inkl. vaporisieren im Dampfgarer.
Miss Annie schläft die zweite Runde.
Das Wetter weiss immer noch nicht was es will, Regen und Sonne im wechsel.
Ich beschliesse die drei Maschinen Bügelwäsche liegen zu lassen, mache noch schnell die Betten, Staubsauge die Küche und fahre mit den Kindern gehen 11 Uhr Besorgungen machen.
Irgendwann zwischendrin hab ich es geschafft zu duschen, schminken und Haare zu föhnen. Die Kleidung ist Fleckenfrei. Horraaaay!
Metzger, Geld holen, Apotheke, weiter zu Reitstall was vorbeibringen, Babyfachgeschäft nach einem geeigneten Buggy für Miss Annie schauen, Schuhe kaufen für Little Miss und auf dem Rückweg noch beim Bäcker vorbei.
Gegen 15Uhr und 35,5 gefahrene Kilometer später bin ich wieder zu Hause.
Packe die Einkäufe aus, brate Gulasch für morgen an, hänge Wasche ab und auf, beschrifte Little Miss Schulsachen fertig.
Drei Wochen vor Schulstart ist alles erledigt hierfür, ich warte nur noch auf die Schultüte die ich nicht selber bastle sondern käuflich erworben habe.
Das Bein des Mannes ist trotz liegen nicht wirklich besser. Mal sehen ob eine Salbe hilft. Wenn nicht, muss er zum Arzt.
Little Miss spielt draussen mit ihren Freundinnen.
Ich mache uns einen Kaffee, das Bein des Mannes ist nicht deutlich besser.
Setz ich mich hin würde ich vermutlich sofort in die REM und Tiefschlafphase fallen, gleichzeitig! Mir ist so nach einem Nickerchen, aber danach bin ich so fertig, dass ich nicht mehr hochkomme. Zudem war meine Ernährung heute eher der Kategorie Katastrophe einzuordnen. Nicht wirklich habe ich viel auf mich geachtet. Kaffee und. Und was eigentlich? Ein warmer Cookie am Morgen und genau, Kaffee. Ich achte zu wenig auf mich, i know.
Abendessen in the making, es gibt selbstgemachte Spaghetti Carbonara. Absolutes Lieblingsessen bei meinen Lieben.
Das sind die groben Eckpunkte, ein Haufen unzähliger Dinge kommen noch hinzu worum ich mich zwischendrin kümmere. Mamasein halt. Ganz normaler Wahnsinn. Nichts außergewöhnliches für die Welt.
Essentiell für meine Lieben.

Wie oft fragte ich mich am Abend, was hab ich eigentlich den ganzen Tag gemacht und sagte „Ich bin zu nix gekommen“? Ich hörte vor geraumer Zeit auf einmal auf mit dem „Ich komm zu nix“.  Stimmt nämlich nicht!!! Sind wir doch einfach mal stolz auf das was wir am Tag alles geleistet haben, vor allem, wenn Abends die Kinder glücklich und zufrieden einschlafen und sich geborgen fühlen.
Mein „Job“ verlangt ständige Bereitschaft und fragt nach keinem Arbeitsgesetzt von Pausen und Zehnstundenregelung.
Feierabend gibt es nicht, die Verantwortung trägt man 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 356 Tage im Jahr.
Für den Rest des Lebens bin ich Mama. Das ist schön, das so sagen zu dürfen.

Tage wir heute sind recht harmlos. Miss Annie hat nicht einmal den Mageninhalt retour gehen lassen, gut, dafür lag mehr auf dem Boden!!!
Ich habe keine Wäsche mehr die gewaschen werden muss, eigentlich ein harmloser Tag. Ein hauch von Normal.
Auch das mit dem „fertigwerden“, alles an einem Tag zu schaffen, ist hier nicht mehr. Dann bleiben die drei Maschinen Bügelwäsche eben bis morgen liegen. Und? Was ändert es? Nichts.

Als Eltern hat man kein Wochenende mehr wie es mal früher war. Ich zumindest nicht. Was ich ohne Wertung sage. Ich liebe die Tage mit den Kindern.
Auch Tage mit 18 Stunden auf den Beinen und der Müdigkeit des Todes!

 

 

Werbeanzeigen