Für Papa.

Dienstag, 21. August 2007
Es ist ein komischer Tag. Mir gehts nicht gut, ich kann es nicht beschreiben wieso, aber mich umgibt ein merkwürdiges Gefühl. Am Abend, als mein Liebster und ich nach Hause fahren ist am Himmel eine ganz komische Stimmung. Es regnet, aber die Wolkendecke bedeckt nicht den ganzen Himmel, wie wenn jemand einmal quer die Wolken abgeschnitten hätte sieht man oberhalb den Mond und die Sterne leuchten. Die kommende Nacht liege ich fast durchgängig wach.

Mittwoch, 22. August 2007
Wie jeden morgen rief ich meine Mama kurz an. Das Telefondisplay im Büro zeige 06:32Uhr an.
„Hallo“ sagte sie als sie abnahm und ich hörte, dass irgendwas nicht in Ordnung ist.
„Alles gut? Hast Du gut geschlafen?“,
„Nein, ich habe gar nicht geschlafen.“,
„Wieso? Was ist passiert?“,
„Dein Vater hatte gestern Abend einen Herzinfarkt … Krankenhaus … Lebensgefahr…“
Ich bekomme nur noch Bruchteile mit, am liebsten würde ich sofort losrennen. Nach Hause. Mich ließ an diesem Tag niemand 600km Auto fahren, ich war nicht mehr ganz bei mir und krank vor Sorge. Erst morgen konnte ich bei ihnen sein.

Donnerstag, 23. August 2007
Ich saß im ersten Flieger nach Köln. An Schlaf war sowieso nicht zu denken, ich wollte nur heim. Meine Mama in den Arm nehmen und nach Papa sehen.
Endlich im Krankenhaus angekommen sehe ich durch die Scheibe in das kleine Zimmer wo er liegt, angeschlossen an zig Schläuche und Gerätschaften. Mir wird schlagartig bewusst, was das hier bedeuten könnte. Er muss operiert werden. Sobald er stabil genug ist werden sie ihm den Brustkorb aufschneiden und versuchen sein kaputtes Herz zu reparieren. Niemand weiss, wie er das überstehen wird und was danach kommt.
Es fällt mir schwer nicht wie in einem schlechten Film laut vor dem Fenster zusammenzubrechen, auf den Boden sinken und NAAAAAAIN zu rufen, wie in einem wirklich schlechten Film! (Ich bin mal mit meinem Blutüberströmten Kind nach einem Treppensturz beim Arzt mit ihr auf dem Arm rein und rief „Ich braucheeeee einen Aaaaarzt, schneeeeell“ Himmeeeee, wieso macht man sowas?!!?!!!!!!)
Ich reisse mich zusammen und betrete den Raum. Draussen scheint die Sonne, es herbstet und ich bin froh, dass die Sonne noch ein wenig wärme durch das Fenster abgibt.

Nur seine Hand kann ich nehmen, mehr geht nicht, er ist komplett verkabelt. Alles piepst. Er öffnet die Augen leicht und fragt mich, wieso ICH denn hiersei bitte. Schließlich müsste ich mir doch nicht freinehmen für ihn und den ganzen Weg von München nach Köln kommen. Waaaahnsinn, das ist so typisch. Mein Papa! Er liegt hier völlig zugedröhnt und wird irgendwie am Leben gehalten, was macht er? Sich Sorgen, weil ich für ihn Urlaub nehme. 
Niemand von uns hat damals in dieser Situation zum Glück wirklich realisiert, dass es mehr wie ernst war. Der Infarkt war am frühen Abend, erst gegen Mitternacht merkte er, dass was nicht stimmte und von da an kämpfte er ums nackte Überleben. Ein paar Jahre später traf ich den Notarzt der ihm in dieser Nacht das Leben gerettet hat und dankte ihm für seine Heldentat.

Samstags drauf wurde er operiert. Lange mussten wir warten bis wir die Nachricht bekamen, dass er es überlebt hat. Fünf Bypässe wurden ihm gelegt. Alles was jetzt kommt würde Zeit brauchen. Und vieleviele Medikamente.
Er war zu dem Zeitpunkt 47 Jahre jung.

Oft stelle ich mir die Frage, ob es nicht besser wäre wieder nach Hause zu ziehen. Einerseits könnten wir uns so nach belieben sehen, andererseits sind die Tage wo wir heim reisen in die Eifel sind intensiver. Wir verbringen die Zeit bewusster miteinander. Meist eine ganze Woche oder mehr am Stück.  Es hat wie alles sein für uns wider. Ganz gesund wird er nie wieder werden, aber solang er noch so viel Unfug im Kopf hat, hält sich das Sorgen ein wenig im Zaun! Ich habe ein paar Bilder rausgesucht und festgestellt, es gibt sie mit allen Formen der Grimassen und Unsinn.
Heute auf den Tag ist es zehn Jahre her. Es ist nicht leicht, aber wäre es Leben wenn es das wäre?!

Danke Papa, dass Du da bist. Für Mama, Deine Kinder & Enkelkinder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ich komm zu nix.“

Vieruhrfünfunddreissig.
Miss Annie hat Hunger, ich mache eine Milchflasche warm.
Vieruhrfünfzig.
Die Kinder sind wach, ich stehe mit ihnen auf.
Windeln,
anziehen,
Frühstück machen für die Kleinen,
Little Miss will später mit Papa essen und mag nur eine Banane mit Joghurt,
Kaffee für mich.
Miss Annie isst kaum was, die Zunge ist im Weg, egal welche Tricks ich anwende, es geht kaum was in den Magen, sie ist nicht so gut drauf.
Boden vom essen befreien,
Spülmaschine ausräumen,
Wäsche die ich gestern Abend gewaschen aber nicht mehr aufgehangen habe, auf Grund eines gewittrigen Untwetters, aus der Maschine geholt und rausgebracht zum trocknen,
zwischendrin immer wieder zu den Kindern geschaut,
Wünsche erfüllt,
Cookies gebacken.
Der Liebste steht gegen acht auf und hat Schmerzen. Er hat sich allem Anschein nach den Oberschenkelmuskel gezerrt und fällt für heute aus. Ich verordne ihm Ruhe, so dass er so schnell wie möglich wieder „Einsatzbereit“ ist.
Ich mache erneut Frühstück für Ihn und Little Miss.
Hab keinen Hunger und backe nebenher die Cookies fertig und räume die Küche auf.
Säubere Miss Annies Flaschen inkl. vaporisieren im Dampfgarer.
Miss Annie schläft die zweite Runde.
Das Wetter weiss immer noch nicht was es will, Regen und Sonne im wechsel.
Ich beschliesse die drei Maschinen Bügelwäsche liegen zu lassen, mache noch schnell die Betten, Staubsauge die Küche und fahre mit den Kindern gehen 11 Uhr Besorgungen machen.
Irgendwann zwischendrin hab ich es geschafft zu duschen, schminken und Haare zu föhnen. Die Kleidung ist Fleckenfrei. Horraaaay!
Metzger, Geld holen, Apotheke, weiter zu Reitstall was vorbeibringen, Babyfachgeschäft nach einem geeigneten Buggy für Miss Annie schauen, Schuhe kaufen für Little Miss und auf dem Rückweg noch beim Bäcker vorbei.
Gegen 15Uhr und 35,5 gefahrene Kilometer später bin ich wieder zu Hause.
Packe die Einkäufe aus, brate Gulasch für morgen an, hänge Wasche ab und auf, beschrifte Little Miss Schulsachen fertig.
Drei Wochen vor Schulstart ist alles erledigt hierfür, ich warte nur noch auf die Schultüte die ich nicht selber bastle sondern käuflich erworben habe.
Das Bein des Mannes ist trotz liegen nicht wirklich besser. Mal sehen ob eine Salbe hilft. Wenn nicht, muss er zum Arzt.
Little Miss spielt draussen mit ihren Freundinnen.
Ich mache uns einen Kaffee, das Bein des Mannes ist nicht deutlich besser.
Setz ich mich hin würde ich vermutlich sofort in die REM und Tiefschlafphase fallen, gleichzeitig! Mir ist so nach einem Nickerchen, aber danach bin ich so fertig, dass ich nicht mehr hochkomme. Zudem war meine Ernährung heute eher der Kategorie Katastrophe einzuordnen. Nicht wirklich habe ich viel auf mich geachtet. Kaffee und. Und was eigentlich? Ein warmer Cookie am Morgen und genau, Kaffee. Ich achte zu wenig auf mich, i know.
Abendessen in the making, es gibt selbstgemachte Spaghetti Carbonara. Absolutes Lieblingsessen bei meinen Lieben.
Das sind die groben Eckpunkte, ein Haufen unzähliger Dinge kommen noch hinzu worum ich mich zwischendrin kümmere. Mamasein halt. Ganz normaler Wahnsinn. Nichts außergewöhnliches für die Welt.
Essentiell für meine Lieben.

Wie oft fragte ich mich am Abend, was hab ich eigentlich den ganzen Tag gemacht und sagte „Ich bin zu nix gekommen“? Ich hörte vor geraumer Zeit auf einmal auf mit dem „Ich komm zu nix“.  Stimmt nämlich nicht!!! Sind wir doch einfach mal stolz auf das was wir am Tag alles geleistet haben, vor allem, wenn Abends die Kinder glücklich und zufrieden einschlafen und sich geborgen fühlen.
Mein „Job“ verlangt ständige Bereitschaft und fragt nach keinem Arbeitsgesetzt von Pausen und Zehnstundenregelung.
Feierabend gibt es nicht, die Verantwortung trägt man 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 356 Tage im Jahr.
Für den Rest des Lebens bin ich Mama. Das ist schön, das so sagen zu dürfen.

Tage wir heute sind recht harmlos. Miss Annie hat nicht einmal den Mageninhalt retour gehen lassen, gut, dafür lag mehr auf dem Boden!!!
Ich habe keine Wäsche mehr die gewaschen werden muss, eigentlich ein harmloser Tag. Ein hauch von Normal.
Auch das mit dem „fertigwerden“, alles an einem Tag zu schaffen, ist hier nicht mehr. Dann bleiben die drei Maschinen Bügelwäsche eben bis morgen liegen. Und? Was ändert es? Nichts.

Als Eltern hat man kein Wochenende mehr wie es mal früher war. Ich zumindest nicht. Was ich ohne Wertung sage. Ich liebe die Tage mit den Kindern.
Auch Tage mit 18 Stunden auf den Beinen und der Müdigkeit des Todes!

 

 

Heute.

Es ist schon dunkel um kurz nach neun am Abend. Der Herbst ist da, noch ganz leise, aber bereits präsent. Ich liebe das Licht in der Wohnung am Morgen, wenn die Sonne in der Früh die nebelbedeckten Felder orange anstrahlt bevor sie hoch am Himmel steht und uns noch abzählbare Sommertage gönnt. So lange es noch geht werde ich die lauen Abende mit dem Liebsten draussen auf der Dachterasse zwischen Lampions und Kerzen verbringen. Mein kleiner Urlaubort daheim. Viel zu selten haben wir zusammen da gesessen diesen Sommer.
Mein Kopf war permanent voller Gedanken. Die innerliche Ermüdung schwer.

Wir haben Therapiepause. Ich schalte ab. Fahre komplett runter so wie schon lange nicht mehr. Sehr sehr schweren Herzens habe ich meinen geplanten Heimatbesuch letzte Woche abgesagt – vorher alles packen, das Reisen, sechs Stunden Zugfahren, eine oder zwei schlaflosen Nächte auf Grund dem Umgebungswechsel von Miss Annie plus das was meine Eltern gerade alles umgibt. Es erschien mir besser, einfach hier zu bleiben. Um zur Ruhe zu kommen. Das Herz weint, aber es war die vernünftigere Entscheidung. Ein grosser Nachteil dieser Heimatschmerz nach Familie, uns trennen gute 600km.

Gerade habe ich die Möglichkeit so Tage wie heute mit meinen beiden Mädchen zu ver(er)leben. Wir haben Zeit. Heute Mittag waren wir mit einer lieben Freundin und ihren Kindern im Freibad verabredet. Ich bin gerne mit ihr zusammen, auch wenn wir uns viel zu wenig sehen, aber es ist immer schön mit uns.
Sommer, Sonne, Wasser & glückliche Kinder. Zudem lernte ich eine andere Mutter die später dazukam aus der Nachbarschaft kennen.
Ungezwungen. Seit sehrsehr langer Zeit empfand ich es als entspannend in Gesellschaft zu sein und merke, ich kann es noch, mich mit Menschen treffen und einfach sein. Ich sein. Ein wir mit Kindern. Ohne ständig darüber zu philosophieren wer oder was diese GRIN1 eigentlich mit Miss Annie veranstaltet und oder wieso einfach keine Logik hinter alledem steckt. Zum Beispiel, dass sie sich den Schnuller in den Mund strecken kann, aber kein essen. Die Liste de Dinge die keinen Sinn ergeben kann Seitenweise fortgeführt werden. Es fehlt jegliche Logik hierzu! Wir hatten Spass.

Nach Nachmittagen wie diesen stelle ich fest, dass es Menschen gibt die ich loslassen muss in Zukunft. Oft kann ich nicht ich sein, sonder bin DIE Mutter mit DEM behinderten Kind. Ja, das bin ich. Das Ganze gehört zu mir. Aber ich bin eben auch noch ich. Und heute zum ersten Mal seit langem wieder hab ich es geschafft, die zu sein.

Oft stehe unter Druck und erkläre mich, wieso ich keine Haushaltshilfe habe und das ich mir die Zeit für mich nehme die ich brauche und wieso ich Miss Annie nicht abgebe mal und ja, ich muss mehr schlafen, ja ich lebe am Energielimit, ABER: Es geht mir gut. Wirklich. Ich muss und will mich nicht mehr erklären. An all diesen Situationen kann nur ich was ändern. Hier ist weder Miss Annie noch irgendeine Therapieeinheit dran schuld. Ich muss das steuern. Und ganz bald habe ich unser Optimum gefunden und bin balancierter. Das braucht Zeit. Dann wird es wieder mehr so Tage wie heute geben mit mehr Leichtigkeit.

 

Jeder Tag ist ein anderer,
aber trotzdem ist immer heute.
Gerald Dunkl

12 von 12 – August 2017

Das ist für mich heute ein ganz spezieller 12von12.
Vor einem Jahr sehe ich mich im strömenden Regen nach Hause fahren. Hinten im Auto saß Miss Annie im Maxi Cosi und schlief. Kurz zuvor sagte mir Miss Annies Neurologe Sätze wie „Das ist alles sehr besorgniserregend …. Wir müssen weitere Untersuchungen einleiten…. Stellen Sie sich darauf ein, dass ihr Kind schwerbehindert ist … Vermutlich wird sich alles ändern“
Er sollte recht behalten. Das war der Anfang aller Ungewissheit, der kompletten Lebensveränderung. Es hat mich persönlich sehr verändert. Ich bin mehr die vor einem Jahr.
An diesem Tag feierte meine Schwiegermutter ihren 70.zigsten Geburtstag, eine große Feier, da bleibt man nicht einfach weg. Wir rissen uns zusammen, zudem hatten wir 100 Herzluftballons bestellt die den Raum erst aufhübschten und dann steigen gelassen werden sollten. Als die Ballons gen Himmel flogen wurde mir warm ums Herz. Mein Mann nahm mich in den Arm und ich wusste, egal was kommt, wir werden das schaffen.

Ich bin sehr froh, dass heute heute ist. Und nicht mehr letztes Jahr. Das wir uns alle zusammen entwickeln und die Ungewissheit ein treuer freundlicher Begleiter geworden ist. Kein Feind. Sie tut keinem was, sie ist einfach da. Wie eigentlich in jedem Leben, nur nicht so bewusst wie bei uns. Wer weiss schon was später ist, oder morgen, oder überhaupt was die Zukunft bringt???

„Shakespeare sagte, ich fühle mich glücklich. Weisst du warum? Weil er nichts erwartete, denn warten und hoffen ist immer schmerzhaft. Alle Probleme haben einen Sinn und eine Bedeutung. Wir werden immer Menschen treffen, denen wir egal sind, auch wenn sie sagen wir wären wichtig. Es ist wichtig stark zu sein, denn nach jedem Dunkel und Fallen im Leben kommen auch wirklich gute Dinge. Es existieren keine schlechten Dinge. Sei immer glücklich und lache. Erinnere dich, lebe für dich. Denke daran, atme. Bevor du redest, höre zu. Bevor du schreibst, überlege. Bevor du antwortest, höre zu. Bevor du stirbst, lebe. Bevor du etwas tust, beobachte. Eine schöne Beziehung ist nicht die mit der perfekten Person, sondern mit der Person, mit der du lernst zu leben. Mit seinen Fehlern, achte sie. Sonst wirst du irgendwann bereuen sie verloren zu haben. Und es wird weh tun. Wenn du glücklich sein willst, lebe glücklich. Achte auf die guten Menschen um dich, denn du bist einer von ihnen. Erinnere dich. Wenn du es am wenigsten erwartest, wird es jemanden geben, der dein Leben schöner macht. Zerstöre niemals deine Persönlichkeit für Menschen, die nur vorübergehend da sind. Eine starke Person versucht ihr Leben in Ordnung zu lassen. Auch mit Tränen in den Augen stellt sie sich auf und sagt mit einem Lächeln: “Es geht mir gut.“ “Nie glücklich ist, wer ewig dem nachjagt, was er nicht hat, und was er hat, vergisst.“

Guten Morgen Welt! Es ist 05:52, dunkel und kalt. Uahhh.img_5121

Fail. Ich muss wieder früher ins Bett. Viereinhalb Stunden schlafen sind zu wenig.
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Erste Amtshandlung noch vor dem Kaffee, Waschmaschine anschalten. Es ist erst 06:06, die Baduhr geht sechs Minuten vor. Hallo Nachbarn!
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Frühstück. Mit Kerze. „Mama, es riecht so schön nach Weihnachten“. Prima, wo ist der Lebkuchen???
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Reitstunde von Little Miss. Eigentlich wollte ich derweil laufen gehen. Aber es macht so viel Spaß ihr zuzusehen! Nächste Woche geht sie das erste Mal in der Stunde ohne Longe mit. Achja, der mann erwähnte er will auch mal reiten, den hab ich gleich mit angemeldet. Zackbums. Das Bild ist von letzter Woche. Schlauer Weise habe ich diese Woche nur gefilmt!
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Blumen für Schwiegermama gekauft, sie hat heute ihren 71.zigsten Geburtstag.
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Eigentlich wie jeden Tag, Miss Annie spuckt. Bett abziehen, wieder waschen. um 14h hab ich bereits vier Maschinen gewaschen und draussen hängen. Draussen türmt sich die Wäsche. Ein Trockner wäre vermutlich doch eine sinnvolle Anschaffung für die Zukunft. Dachterasse mit leichtem Floddertouch.

Bevor wir ins Auto steigen konnten, nahm der Mann es kurz auseinander. Unser Kofferraum spinnt schon mal. Es passiert des öfteren, dass ich diesen nicht mehr aufbekomme. Da gibt es mittlerweile viele Tricks. Autotüren öffnen, Kinder reinsetzten, ich war sogar schon mal kurz davor jemanden auf dem Parkplatz eines grossen Supermarktes zu fragen, ob er bitte kurz Platz nehmen könnte, damit die Kofferraumklappe aufgeht. Oft hilft es den Wagen von innen zu beschweren. Je nach Aussentemperatur, Gewicht und oder Winkel wie das Fahrzeug von mir positioniert wurde geht die Klappe einfach nicht auf. Ja, man könnte es reparieren lassen. Jedenfalls klemmte jetzt was dazwischen und Little Miss fand es ultrawitzig das ihr Vater, der gute 1,90cm lang ist, sich wie in Gummimensch sich verbog, damit wir retten konnten was zu retten war. Herrlich wie leicht Kinder zu begeistern sind, sei es auch nur ein Autositz in der Wiese!!!
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Wir waren heut Abend auswärts essen, Schwiegermama hat uns eingeladen. Selbe Location wie letztes Jahr. Komisches Gefühl. Komischer Tag. Selbes Wetter. Nur ein wenig kälter. Für mich gab es Salat und Süßkartoffelpommes. Schön & lecker wars.
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Wollt ihr mehr 12von12? Dann lurt doch mal bei Caro vorbei!

 

 

Richtungen.

Die Käseglocke unter der man sich befindet
lässt nicht viel Raum für Gedanken und Luft zum atmen.
Du funktionierst.
Arbeitest alles systematisch ab.

Irgendwann kommt der Tag wo diese Glocke langsam verschwindet,
wie wenn sie jemand langsam anhebt bevor sie abgenommen wird.
Dann stehst Du dort,
mitten im Kreis,
verloren.
Drumherum so viel Platz und Luft,
dass Du nicht mehr so genau weisst,
in welche Richtung Du eigentlich gehen wolltest.
Alles ist anders. Auch Du.
Freier Fall auf allen Seiten.

Du drehst Dich auf dem Kreis
mit ausgebreiteten Armen und spürst den Schwindel.

Du findest sie wieder,
die Richtung,
irgendwann.

Allerdings wird sie eine andere sein wie Du annahmst.
Es ist eben nur erstmal eine Richtung.

Der Weg lässt sich nur erahnen.
Irgendwo am Horizont.
Zeit weist Dir die Richtung.

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? WMDEDGT 08/2017

Tagebuchbloggen! In vier Monaten ist fast Nikolaus. Hohohoooo.

05:12

Es herbstelt ein bissi. Das Licht in der Wohnung verändert sich in der Früh. Es ist noch nicht wirklich hell. Aber den Kindern ist das sowas von Wurscht was für ein Wochentag es ist oder ob ich noch müde bin. Der Mann ist im „Tumalsowiewennichnochschlafemodus“. Das kann er gar wunderbar. Funktioniert bei mir nicht. Miss Annie zieht mir an den Haaren, oder an der Lippe ja oder leckt mir durchs Gesicht. Aua und ihhhhh. Also raus aus Bett.

Erste Amtshandlung as always. Kaffeemaschine an. Mit dem Kaffee steh ich fünf Minuten auf der Terrasse, die Kinder sind derweil im Zimmer. Der warme Sommerwind ist toll. Mein Wetter. Heute morgen liegt kein Nebel auf den Feldern.

Eigentlich habe ich heute nichts vor. Keinen wirklichen Plan. Dennoch, das mit dem Nichtstun hat sich mit den Kinder radikal verändert. Also, einkaufen muss ich und Wäsche machen. Früher, vor den Kinder las man ein Buch, Bindgewatching von Serien, unternahm was oder ging dann Abends aus mit Freunden oder Wochenendtrips irgendwohin. Das heute Nichtstun ist irgendwie ein völlig anderes!!! Bei weitem hat das nichts mit Nichtstun zu tun.

06:23

Frühstück für die Kinder. Das dauert bei Miss Annie pro Mahlzeit rund um eine Stunde. Und immer ist der Boden um den Hochstuhl danach wischfähig. Manche Dinge kann man wunderbar trocknen lassen und später einsaugen. Eingeweichte Haferflecks nicht. Das ist wie Beton. Also wische ich heute zum ersten mal den Boden.

07:40

Kinder satt, Zähnpflege abgeschlossen, frisch angezogen. Jetzt bin ich dran mich tageslichttauglich zu machen. Alleine im Bad, yayyy. Little Miss ist mit Miss Annie allein im Zimmer. Keiner weint, ein gutes Zeichen.

08:24

Der Mann ist wach, nimmt einen Kaffee zu sich (den selbstverständlich die weltbeste Ehefrau zubereitete!) und verschwindet wieder mit Miss Annie im Schlafzimmer. Beide gehen noch eine Runde ins Schlummerland. Ich würde mich auch so gern mit hinlegen, nur ist so viel liegengeblieben die letzten Wochen. Der Papierkram will erledigt werden. Ich telefoniere unter anderem mit einem Kundendienst wegen meiner kaputten Spülmaschine. Vor acht Wochen war ein Techniker da der mir den Puls fühlte und meinte es wäre alles oke. So oke, dass jetzt der Fehler E:15 am Donnerstag fast alles in Brand setzte nachdem die gute Spülhilfe kein Wasser mehr zog. Nungut. Wir werden sehen was da so passieren wird.

08:32

Mit Kaffee No3 gehts für mich frisch gestyled und angezogen an den Rechner. Ich kann auch nicht mehr wie früher den ganzen Tag mal gammelig rumlaufen. Struktur everywhere!!!

09:53

Miss Annies zweite Runde schlafen ist beendet. Ich habe tatsächlich Bürokram weggeschafft. In Ruhe. Little Miss war derweil draussen auf dem Spielplatz mit ihren Freundinnen. Ischbinbegeistert.

10:20

Ich will los zum einkaufen. Es klingelt. Die große Kleine will zum See radeln. Mit Papa. Dann pack ich schnell die Seesachen zusammen und los gehts. Auch ich komm endlich weiter.

10:52

Auf gehts, einkaufen. Miss Annie und ich. Wär auch lieb am See, allerdings gäbe es dann am Wochenende keine empfehlenswerten gesunden und frischen Nahrungsmittel im Hause. Wäre vermutlich nicht weiter schlimm denn Little Miss würde auch durchaus sich vom Bringmann bekochen lassen. Als ich verletze Woche eine Nacht im Krankenhaus verweilte durften Little Miss und der Mann auf dem Sofa abends bestellte Pizza verzehren und dabei was anschauen. Gab es hier noch nie, wird es wohl auch nie wieder geben! a) wird am Tisch gegessen und b) gibt’s beim Essen kein Fernsehen. Nie. Ausser diese einmalige Ausnahme! Besondere Umstände müssen irgendwie auch was Gutes haben!

11:01

Ich beginne meine Tourim Gartencenter, das Wichtigste! Frische Blumen für die Woche. Und auf der Dachterasse sind zwei Töpfe die wirklich sehr sehr traurig aussehen und wollen erneuert werden. Letzte Woche sagte ich, Sommer 2017 kauf ich nix mehr für draussen. Der Sommer geht eh nimmer so lang, vermutlich. Getreu dem Motto: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ shoppe ich hübsches buntes Grünzeug. Auch für Innen. Ich vermisse Tulpen. Erschreckend, dass jetzt schon überall Dekokürbisse stehen, Herbstdeko gibt es auch schon in Hülle und Fülle. Im Oktober eröffnet im Gartencenter meines Vertrauens der Weihnachtsmarkt.

11:50

Es geht weiter. Post, Bank, Rossmann, Rewe, Kaufland. Und wieso müssen die alle um diese Uhrzeit einkaufen? Haben die kein Zuhause? Ich habe meinen Zettel daheim vergessen. Ohne Zettel gebe ich tendenziell mehr Geld aus.

13:02

Wieder zu Hause. Es hat 32°. Mit mir kommen der Mann und Little Miss von See zurück. Das Kind hat schlechte Laune, es hat hunger und ist müde, die ständige Explosionskombi.

13:23

Brotzeit. Essen und dann Mittagsschlaf. Für alle, nur nicht für mich. Die Einkäufe müssen versäumt werden und ich freue mich auf die Ruhe. In Ruhe mal etwas fertig zu machen. Das ist ein wenig Luxus. Ständig fange ich Sachen an und muss zig mal unterbrechen, weil Mama hier, Mama da, MAMAAAAAA. Himmel, es ist Wochenende. Wieso schreit hier eigentlich keiner Papa???? Miss Annie ist seit ihrem Fieberkrampf vor zwei Wochen extrem angestrengt beim Essen. Alles wird erstmal wieder ausgespuckt, die Zunge ist im Weg. Zudem hat sich ihre Bewegungsstörung verschlimmert. Ihre Füsse strampeln wild umher. Eigentlich wäre eine Gefahrenzulage angebracht. Ich wische nach dem Essmassaker wieder den Boden. Wieder ist trocknen lassen eine gute Idee!

14:09

Ruhe. Schlafzimmertür ist zu. Keiner schreit. Ein gutes Zeichen. Ich gönne mir ein Eis und setzte mich raus. Einfach dasitzen und nix tun. Nur in den Himmel gucken.

15:02

Nachdem mit gerade fast von unserem selfmade Sonnensegel auf der Dachterasse ein Magnet, der das (Bettlaken)Segel festhält auf mein Kopf geflogen wäre, da der Wind hier durchfegt, sehe ich das als Zeichen und gehe drinnen aufräumen. Noch herrscht Ruhe. Ich arrangiere die frischen Blumen, räume die Spülmaschine aus und wieder ein, lege Wäschen zusammen und hänge frisch gewaschene auf, dies und das und so weiter.

15:50

Alle wach, jetzt ist wieder Leben in der Wohnung! Und Chaos. Das Chaos und ich sind keine Freunde. Ich pflanze die Blumen draussen ein und hole mir einen Sonnenbrand. Kein Kunst wenn man so hell ist wie ich. Den Mann scheuche ich in den Keller und Müll wegbringen und er zieht mich auf, weil ich Blumen gekauft habe, aber ich hab ja gesagt… ihr wisst schon!

17:50

Little Miss darf heute bei ihrer Freundin zu Abendessen. Die junge Dame findet auswärts essen grandios und merkte noch heute morgen an, dass wir viel zu wenig auswärts essen gehen. Probleme einer sechs Jährigen. Zumal sie wenn wir im Lokal sind immer nur Pommes ist, nix mit kulinarischen reisen und so.

18:22

Ich trage mich gleich bei Frau Brüllen in die Linkliste, dann gehts weiter. Nächsten Monat will ich mal erste sein auf der Liste. Ja, Ziele muss man haben!!!!

 

18:30

Der Mann schmeisst seinen Grill an. Damit kann man alles machen, vermutlich auch zum Mond fliegen. Es gibt gegrillten Lachs vom Salzstein.  Miss Annie ist enorm anstrengend, sie hat hunger, ich bereite einen Brei zu den sie so halbwegs ist. Oder anderswo verteilt. Die Dusche nach dem Essen ist ihr sicher.

18:40

Die Zentrale des Wahnsinns ist geöffnet. Kennt ihr das, der Mann grillt. Er grillt. Die Frau macht dröfzig Dinge drumherum. Ich musste so schmunzeln als ich das hier irgendwann man zu lesen bekam! Miss Annie lässt sich nur schwer füttern, der Mann übernimmt als Little Miss klingelt um reinzukommen. Der erste Weg führt zu Dusche, wir waschen Haare und ich mache sie fertig. Der Mann hat Miss Annie noch zu ein paar Löffel Brei überreden können und dann ist sie an der Reihe mit duschen. Im stehen könnten beide Schlafen so müde sind die Minis. Zähneputzen und Haare waschen, der Wahnsinn in purer Perfektion. Aber Karies ist das Letzte was wir gerade noch schönes gebrauchen könnten.

19:10

Ab ins Bett mit dem müden Kindern. Der Fisch ist fertig gegrillt, der Mann muss leider alleine sich an den Tisch setzten und essen. Ich mag das nicht. Mir sind gemeinsame Mahlzeiten wichtig. Keines der beiden Kinder macht Anstalten zu schlafen. Eine halbe Stunde versuche ich ins Land der Träume zu gelangen, also die Kinder, ich würde dort sofort mit Bravour landen. Ohne Anstrengung.

19:40

Miss Annies Darm meldet sich, alle wieder raus aus Bett, ich lasse die Kinder noch ein wenig spielen und esse noch einen bissen mit dem Mann am Tisch.

20:10

Kinder im Bett, der Papa hat es geschafft. Ich gehe noch duschen, mache die Küche und noch eine Maschine Wäsche will ab und eine neue noch aufgegangen werden. Never ending Storie. Wollte eigentlich heute Kuchen backen für Wochenende, der muss warte bis morgen. Ich schreibe Whatsapps mit meiner liebsten Freundin in USA. Durch die Zeitveschiebung schaffen wir es gerade nicht zu telefonieren. Ich vermisse sie sehr.

22:50

„Müde bin ich, geh‘ zur Ruh‘, schließe beide Äuglein zu.“ Ohjaaaaaa. Habt Euch wohl und schlaft gut. Ich freue mich so mich jetzt zwischen die beiden Kleinen zu kuscheln. Sie schaffen es mich in gleichen Teilen Glücklich und Wahnsinnig zu machen. Wie war das, keep the Balance oder so. In diesem Sinne, eine geruhsame Nacht!