The Boss.

Das erste Konzert in meinem Leben besuche ich mit sechs oder sieben Jahren. Diesen Liverausch das erste mal als Kind zu erleben war der Beginn einer grossen Liebe. Musik ist  essentiell.

2005 überraschte mich mein Mann mit Karten von Bruce Springsteen, ich kannte zwar ein paar Songs, hatte mich aber noch nie eingängiger mit seiner Musik beschäftigt. Er spielte sich die Seele aus dem Leib, solo, dreieinhalb Stunden. Noch nie zuvor war ich so Musikberauscht. Ein Erlebnis was lange nachhallte.

Es folgten einige Bruce Konzerte. Köln, Düsseldorf, München, Los Angeles. Bruce muss ich hautnah erleben, in der Menge baden, ganz vorn, Front of Stage. Die beiden Abende 2009 in L.A. verbrachte ich auf Tribünenplätzen, es waren zwei tolle Abende, aber es fehlte das Innenraumgefühl, das Hautnahe. Für mich eigentlich absolut ungewöhnlich. U-Bahn zu fahren ohne zu kollabieren fällt mir schwer, ich ertrage diese Dichte an Menschen, die stickige Luft und (unguten) Schwingungen nicht. Aber hier, mit der Musik, dieses Freisein von allen Gedanken, das einfach nur sein , wie in seiner melodischen Seifenblase, ist ein unbeschreibliches Gefühl. So wie hier, bei Hungy heart.

Was mich vorletzten Freitag erwartete übertraf wirklich jegliche Vorstellung. Danke Rolling Stone Magazine für diese grandiose Kritik, genau so war es, mehr Leben geht nicht!

„Wir wissen, dass ein Traum etwas Schrecklicheres ist als eine Lüge, wenn er nicht wahr wird. Dass es spät ist, aber wir es schaffen können, wenn wir rennen. Wir nehmen so viel mit, wie wir tragen können, den Rest lassen wir einfach liegen. Wir sind bereit, wieder jung zu sein, und wir geben nicht auf. Wir tauschen die Flügel gegen ein paar Räder, um endlich rauszukommen.“

Was er ein einem vollen Münchner Olympiastation veranstaltete war nicht nur ein Konzert, das war lebendige Leidenschaft in höchster Form.

Danke Bruce.